Kapselgarderobe für den Herbst: die Must-Haves der Saison

Ich bereite gerade meine Garderobe auf den Herbst vor und habe beschlossen, schon im Voraus einige Outfits zusammenzustellen, damit ich morgens später keine Zeit damit verliere, passende Kombinationen zu suchen. Nach dem Sommer brauche ich immer eine Weile, um mich gedanklich wieder auf die Herbstgarderobe einzustellen, mich daran zu erinnern, was überhaupt im Schrank hängt, was sich womit kombinieren lässt und welche Schuhe oder welche Jacke noch fehlen.

Besonders gut funktioniert dabei ein ganz einfacher Trick: einige komplette Outfits zusammenstellen, fotografieren und in einem eigenen Ordner auf dem Smartphone speichern. Dann muss man morgens nicht jedes Mal wieder eine Gleichung mit mehreren Unbekannten lösen: Welche Hose passt zu diesem Pullover, welche Schuhe funktionieren zur Länge des Rocks, welche Strumpfhose brauche ich und in welche Tasche passt alles, was ich mitnehmen möchte?

Vorweg möchte ich eines sagen: Die eine universelle Liste mit Basics für den Herbst, die für jede Frau funktioniert, gibt es nicht. Eine gute Basisgarderobe für den Herbst hängt vom Lebensstil, vom Beruf, von den täglichen Wegen, vom Klima, von der Figur, vom persönlichen Stil, vom Farbtyp und natürlich davon ab, welche Art von Garderobe Sie gerade aufbauen möchten.

Eine Frau, die fünf Tage pro Woche im Büro arbeitet, braucht eine andere Basis als eine Mutter mit kleinen Kindern oder jemand, der viel mit dem Auto unterwegs ist. Selbst die klassische „Basisfarbpalette“ sieht bei jeder Frau anders aus: Für die eine funktionieren Creme, Camel und Schokoladenbraun wunderbar, für die andere kühles Grau, Dunkelblau und Bordeaux. Und in einer weiteren Garderobe können Olivgrün, Türkis oder ein komplexer Rosaton durchaus zu den Basisfarben gehören.

Deshalb würde ich diese Liste vor allem als Orientierung dafür verstehen, worauf Sie beim Zusammenstellen Ihrer Herbstgarderobe achten können, und sie anschließend an Ihre eigenen Bedürfnisse anpassen.

1. Trenchcoat / leichter Mantel

Für die erste Hälfte des Herbstes gehört ein Trenchcoat oder ein leichter Mantel zu den praktischsten Kleidungsstücken, vor allem, wenn Sie Hosen, Jeans, Röcke und Kleider tragen.

Entscheidend ist hier vor allem die Länge. Ein kürzerer Trenchcoat bis etwa zur Mitte des Oberschenkels lässt sich unkompliziert mit Hosen und Jeans kombinieren. Ein Modell bis zum Knie oder etwas darunter funktioniert wesentlich leichter zu Midi- und Maxiröcken sowie zu Kleidern.

Wenn Sie in Ihrem Klima tatsächlich häufig Trenchcoat tragen, können zwei Modelle in unterschiedlichen Längen sinnvoller sein, als zu versuchen, einen einzigen Mantel mit der gesamten Garderobe zu kombinieren. Bei gut zugänglichen Marken lohnt es sich für diese Kategorie zum Beispiel bei Zara und Mango zu schauen.

2. Kurze Übergangsjacke

Ein weiteres praktisches Kleidungsstück für die Herbstgarderobe ist eine leichte, gefütterte Übergangsjacke. Ich mag besonders Modelle, die eher urban als sportlich wirken: ohne unnötiges Volumen, massive Details und eine allzu dominante Steppung.

Eine solche Jacke funktioniert mit Jeans und Hosen ebenso gut wie mit Midiröcken und sogar mit manchen Kleidern. Besonders praktisch finde ich Wendejacken, denn damit bekommt man im Grunde zwei unterschiedliche Varianten für die oberste Schicht und erweitert die Zahl der möglichen Kombinationen deutlich. Schauen Sie dafür zum Beispiel einmal bei Uniqlo.

3. Lederjacke

Auch eine Lederjacke gehört für mich zur Basis einer guten Herbstgarderobe. Dabei muss es keineswegs immer die klassische schwere Bikerjacke sein. Mir gefällt weiches Leder mit einem relativ reduzierten Schnitt wesentlich besser, außerdem sollte die Jacke genügend Weite haben, damit darunter noch ein dünner Pullover oder ein Hemd Platz findet.

Achten Sie bei der Auswahl wieder auf die Proportionen. Wenn Sie viele Midi- und Maxiröcke tragen, funktioniert häufig eine etwas kürzere Lederjacke besser, die ungefähr auf Taillenhöhe oder im oberen Hüftbereich endet und dadurch harmonische Proportionen im Outfit unterstützt.

4. Pullover und Sweatshirts

Als nächste Schicht kommen gute Wollpullover, Strickpullover und etwas festere Sweatshirts ins Spiel.

Ich würde mehrere Modelle mit unterschiedlichem Volumen empfehlen. Körpernähere Varianten lassen sich gut mit Röcken und weiten Hosen mit höherem Bund kombinieren, etwas lockerere Modelle passen zu geraden Jeans sowie zu schmalen oder geraden Hosen.

Gerade bei diesen Kleidungsstücken lohnt es sich besonders, die persönliche Farbpalette einzubeziehen. Alles, was nah am Gesicht getragen wird, beeinflusst stark, wie Haut, Augen und Haare wirken. Deshalb kann ein Pullover in einem wirklich passenden Farbton für die Ausstrahlung sehr viel mehr tun als das nächste vermeintlich „universelle“ schwarze Oberteil. Und nein, Schwarz steht längst nicht jeder Frau, eigentlich fast keiner 😉

5. Ein lockeres Hemd als zweite Schicht

Zu einer modernen Basisgarderobe für den Herbst würde ich unbedingt ein oder zwei locker geschnittene Hemden hinzufügen. Sie können einzeln getragen werden, über einem Top oder T-Shirt, unter Strick, unter einem Trenchcoat oder unter einer Jacke.

Besonders gut funktionieren Baumwollhemden. Ein weißes oder hellblaues Hemd kann natürlich ein echtes Basic sein, doch das sind längst nicht die einzigen Möglichkeiten. Schauen Sie auch nach Khaki, gebrochenen Blautönen, Bordeaux, Schokoladenbraun oder nach einem Hemd mit einem interessanten Print.

6. Hosen

Mehrere gut sitzende Hosen eröffnen eine enorme Zahl an Kombinationen für den Herbst. Früher habe ich sehr gern 7/8-Längen getragen, heute würde ich zusätzlich gerade und längere Modelle einplanen, weil sich dadurch deutlich mehr Möglichkeiten bei Schuhen und Proportionen ergeben. Auch weite Hosen mit höherem Bund sind einen Blick wert, wenn Sie die Beine optisch verlängern möchten.

Ich empfehle dabei immer, weniger nach dem vermeintlich „richtigen Schnitt“ zu suchen, sondern vielmehr nach dem Modell und der Marke, deren Passform tatsächlich zu Ihnen passt. Wenn eine Hose an Taille und Hüfte gut sitzt und mit Ihren Schuhen die richtigen Proportionen ergibt, lohnt es sich durchaus, dasselbe Modell noch in einer zweiten Farbe zu kaufen.

7. Jeans

Auch meine Herbstgarderobe kann ich mir ohne Jeans kaum vorstellen. Dabei gibt es keinen Grund, im Herbst automatisch nur zu dunkelblauem oder schwarzem Denim zu greifen.

Weiße, cremefarbene, graublaue und klassisch hellblaue Jeans funktionieren wunderbar zu herbstlichen Materialien und zu tieferen Farben im Oberkörperbereich. Wichtig ist vor allem, dass der Farbton zur gesamten Farbwelt Ihrer Garderobe passt und sich mit mehreren Jacken, Pullovern und Schuhen kombinieren lässt.

8. Midi- und Maxiröcke

Statt sich auf einen bestimmten A-Linien-Schnitt festzulegen, würde ich heute eher von einem Rock in einer für Sie passenden Länge und Form sprechen. Das kann ein schräg geschnittener Midirock sein, ein gerades Modell, eine weiche A-Linie, ein Plisseerock, ein Jeansrock oder ein langer Maxirock.

Gerade bei Röcken lohnt es sich, beim Kauf sofort zu prüfen, wie sie mit der vorhandenen Oberbekleidung und den Schuhen funktionieren. Manchmal ist ein Rock für sich betrachtet wunderschön, und zu Hause stellt sich dann heraus, dass keine der vorhandenen Jacken an der richtigen Stelle endet und die gewohnten Schuhe völlig andere Proportionen erzeugen als gedacht.

9. Schuhe für den Herbst

Zum Glück ist die Auswahl an Herbstschuhen inzwischen riesig: Canvas-Sneaker, Oxfords, Loafer, Stiefeletten, Sneaker oder Pumps. Ideal ist es, wenn Ihre Herbst-Capsule mindestens ein Paar enthält, das dem Outfit schon für sich Charakter gibt, etwa durch Farbe, eine interessante Oberfläche, Metallic, eine besondere Sohle oder eine schöne Form der Schuhspitze.

10. Blickdichte matte Strumpfhosen

Wenn Sie im Herbst Röcke und Kleider tragen, werden Strumpfhosen zu einem vollwertigen Bestandteil des Outfits. Deshalb lohnt es sich, ihre Farbe genauso bewusst auszuwählen wie Schuhe oder Oberteile.

Neben klassischem Schwarz können Sie Graphit, Dunkelblau, Schokoladenbraun, Bordeaux und andere tiefe Nuancen aus Ihrer persönlichen Farbpalette ausprobieren. Manchmal ist es gerade die Strumpfhose, die Rock und Schuhe optisch miteinander verbindet und das gesamte Outfit stimmig wirken lässt.

11. Schmuck und eine Akzenttasche

Zwei weitere Kategorien würde ich unbedingt in die Herbstbasis aufnehmen.

Die erste sind auffälligere Schmuckstücke. Größere Ohrringe, ein Ring, ein Armband oder eine markante Kette können die Kombination aus „Pullover + Hose“ sehr schnell von praktisch zu wirklich angezogen und durchdacht verändern. Gerade hier zeigt sich der persönliche Stil besonders gut: minimalistische Geometrie, Vintage-Gold, farbige Steine, Silber, Perlen oder etwas Künstlerischeres, ganz nach Ihrem Geschmack.

Die zweite Kategorie ist eine Akzenttasche. Sie muss keineswegs schwarz, beige oder braun sein. Bordeaux, Grün, Kobaltblau, Rosa, Metallic, eine interessante Oberfläche oder eine ungewöhnliche Form können die Farben einer Herbstgarderobe sogar wesentlich besser miteinander verbinden und die Outfits interessanter machen.

Eine gute Basisgarderobe für den Herbst ist für mich deshalb letztlich eine funktionierende Capsule Wardrobe, aus deren einzelnen Elementen Sie schnell genügend Outfits für Ihr tatsächliches Leben zusammenstellen können.

Bevor Sie also zum Herbst-Shopping aufbrechen, holen Sie zunächst die Kleidungsstücke heraus, die Sie bereits besitzen, stellen Sie daraus mindestens sieben bis zehn komplette Outfits zusammen und fotografieren Sie diese. Sehr schnell wird sichtbar, was tatsächlich fehlt: eine zusätzliche Schicht, eine Jacke in einer anderen Länge, geeignetere Schuhe, ein guter Pullover, ein Rock, eine Tasche oder vielleicht auch gar nichts, weil eigentlich schon alles da ist und Sie es nur vergessen hatten.

Erst danach lohnt es sich, eine Einkaufsliste für die Herbstgarderobe zu erstellen. Denn am Ende hat eine gute Basis für den Herbst eine sehr praktische Aufgabe: Sie öffnen an einem kühlen Morgen Ihren Kleiderschrank und finden darin Dinge, die bereits miteinander funktionieren und Ihnen keine Zeit rauben, die Sie viel lieber für andere schöne Dinge verwenden können.

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  • Ich bin Irina Korunkova, Stilberaterin und Expertin für Image. Seit 2011 beschäftige ich mich mit Stil, Farbe und visueller Wirkung. Mehr Inspiration finden Sie auf meinem Instagram.
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