Herbstgarderobe 2026: 10 Trends, die Sie wahrscheinlich schon im Kleiderschrank haben

Der Herbst/Winter 2026/27 ist eigentlich eine ziemlich gute Saison, um zuerst einmal den eigenen Kleiderschrank unter die Lupe zu nehmen. Denn viele Dinge, die Designer gerade wieder zeigen, hatten wir schon einmal – oder sie hängen sogar noch irgendwo zwischen Wintermantel und „Vielleicht ziehe ich das irgendwann wieder an“.

Taillierte Blazer, Röcke, klassische Hemden, Seidentücher, hohe Stiefel und Loafer tauchen plötzlich wieder in aktuellen Kombinationen auf. Und einige der interessantesten Trends drehen sich sowieso weniger darum, was wir tragen, sondern wie wir es tragen.

Bevor Sie also in die neuen Kollektionen abtauchen, würde ich zuerst den eigenen Schrank öffnen und mit einem etwas anderen Blick hineinschauen. Gut möglich, dass die Hälfte der Trends für diesen Herbst längst bei Ihnen wohnt.

1. Der taillierte Blazer ist zurück

Große, gerade Oversize-Blazer dürfen natürlich bleiben – zumindest bei allen, die genug Körpergröße dafür mitbringen. 🙂 Aber sie sind endlich nicht mehr die einzige Möglichkeit, und dafür bin ich durchaus dankbar.

In den Kollektionen sieht man wieder Taille, kürzere Blazer und deutlich körpernähere Schnitte.

Was Sie im Schrank suchen können: jene taillierten Blazer, die Sie in den letzten Jahren etwas verschämt nach hinten geschoben haben, weil sie plötzlich „nicht mehr aktuell“ wirkten. Einige davon könnten jetzt erstaunlich gut wieder funktionieren.

Was Sie ausprobieren können: Einen größeren Blazer mit einem schmalen Gürtel auf Taille bringen. Oder einen taillierten Blazer zu einer weiten Hose oder Jeans kombinieren, damit der Look nicht sofort Richtung klassische Businessgarderobe kippt.

2. Röcke im Herbst/Winteer 2026/27: von Mini bis Maxi

Röcke gibt es in dieser Saison wirklich in allen möglichen Varianten. Und angenehm ist: Es gibt nicht den einen „richtigen“ Rock.

Gerade Modelle, Plisseeröcke, transparente Röcke, lange schmale Silhouetten, Volumen, Ballonröcke, Mini, Midi und Maxi – ziemlich viel darf gleichzeitig stattfinden.

Auch beim Oberteil sind die Regeln erfreulich locker: Pullover, Hemd, Lederjacke, sportliche Jacke oder ein schlichter Cardigan.

Ich würde deshalb unbedingt auch die Röcke hervorholen, die seit Jahren ungetragen im Schrank hängen. Modelle, die Ihnen lange etwas überholt vorkamen, können in einer neuen Kombination plötzlich wieder sehr zeitgemäß aussehen.

3. Das weiße oder hellblaue Hemd

Eines der tragbarsten Teile der Saison. Hemden sieht man momentan bei fast allen Designern, und natürlich hängen sie auch überall in den Geschäften.

Ein neues brauchen Sie deshalb trotzdem nicht.

Viel interessanter ist die Frage, wie man das Hemd jetzt trägt: mit sichtbar langen Manschetten, unter einem Pullover mit V-Ausschnitt, etwas weiter geschnitten, mit hochgestelltem Kragen oder so, dass eine Kragenseite unter dem Blazer verschwindet und die andere darüberliegt.

Ein hellblaues Hemd bringt außerdem sehr schön etwas von Der Verwaiste in einen Look: unkompliziert, entspannt und alltagstauglich. Damit kann selbst ein festliches Kleidungsstück plötzlich morgens um sieben auf dem Weg zu einer eher ungeliebten Arbeit völlig plausibel aussehen.

4. Kurze voluminöse Jacken und Bomber

Falls Sie von langen Blazern und Mänteln inzwischen genug haben, würde ich mir Blousons, Bomberjacken und kurze Jacken mit einer etwas runderen O-Silhouette ansehen.

Die einfachste Kombination ist:

kurze voluminöse Jacke + weite Hose

oder

kurze voluminöse Jacke + Midirock

Sehr passend übrigens für Der Suchende. Man kann sich darin bewegen, laufen und aktiv Kurs auf den nächsten Frühling und Sommer nehmen.

5. Hohe Kragen und Funnel Necks

Hohe Stehkragen, große Kragenformen und Funnel Necks sieht man an Mänteln, Jacken und Strick.

Wenn klassische Rollkragenpullover Ihnen nie besonders gut standen, würde ich deshalb nicht automatisch auf diese ganze Richtung verzichten. Suchen Sie stattdessen nach einem architektonischen Stehkragen oder einer großzügigeren, weniger eng anliegenden Form.

6. Tücher – längst nicht mehr nur um den Hals

Tücher sind diesen Herbst wieder überall. Spannend finde ich dabei vor allem die verschiedenen Möglichkeiten, sie zu tragen.

Also: Holen Sie ruhig den ganzen Stapel Tücher und Schals hervor. Wir „aktualisieren“ jetzt den Kleiderschrank.

Tücher werden über die Schultern gelegt, als Gürtel getragen, um die Hüfte gebunden, auf dem Kopf gestylt, wie eine Krawatte getragen oder fast wie ein eigenständiges Oberteil unter Blazer oder Cardigan eingesetzt.

Besonders aktuell sind Seidentücher und Schals mit Fransen.

Und kaum ein Accessoire eignet sich so gut, um einen Archetyp ganz gezielt in einen Look hineinzuholen. Mit einem Tuch können Sie unterschiedliche Archetypen sichtbarer machen – je nach Farbe, Material, Muster und Art, wie Sie es binden.

7. Hüte, Mützen und Co. werden wieder Teil des Looks

Unser aller Lieblingsthema: Mützen und andere Kopfbedeckungen.

Auf den Laufstegen sieht man viele strukturierte Formen aus Wolle und Filz, Schiebermützen und Flat Caps, Bucket Hats und sportliche Caps. Daneben gibt es aufwendigere Balaclavas, Kapuzenformen, Snoods und Turbane.

Besonders interessant finde ich Kopfbedeckungen, die ihre Form behalten. Es gibt sogar sportliche Caps mit Fellbesatz.

Für eine reale Herbstgarderobe würde ich vor allem auf vier Varianten schauen: eine Schiebermütze oder Flat Cap, einen Filzhut, einen strukturierten Bucket Hat und eine schlichte Mütze beziehungsweise eine Kapuze oder einen Snood mit interessanter Form.

Gerade bei Kopfbedeckungen lohnt es sich sehr, die eigenen Gesichtslinien mitzudenken. Ein Gesicht braucht vielleicht klare Geometrie und einen kleinen Schirm, ein anderes funktioniert besser mit einer runden Hutform oder einer höheren Krone.

Und auch die Oberflächenstruktur spielt unmittelbar neben dem Gesicht eine größere Rolle, als man zunächst denkt.

8. Zwei Akzentfarben statt „Farbe + neutrale Basis“

Wenn Sie Grün normalerweise mit Grau tragen, Rot mit Schwarz und Hellblau mit Beige, können Sie Ihren Kleiderschrank vielleicht aktualisieren, ohne auch nur ein einziges neues Kleidungsstück hineinzuhängen. Einfach die Farben neu mischen.

Color Blocking bleibt aktuell, sowohl in kräftigen als auch in gedämpfteren Kombinationen. Ich würde daraus sogar eine kleine Übung machen: Suchen Sie sich die drei Farben heraus, die in Ihrem Kleiderschrank am häufigsten vorkommen. Und dann finden Sie für jede davon eine Kombination, die Sie bisher noch nie ausprobiert haben.

Rot + Rosa.
Petrol + Bordeaux.
Hellblau + Rost.
Oliv + Flieder.
Kobaltblau + Schokoladenbraun.

Manchmal stellt sich bei solchen Experimenten heraus, dass im Kleiderschrank gar nichts fehlt. Die Dinge haben nur immer mit denselben Nachbarn zusammengewohnt.

9. Festliche Stücke tragen wir jetzt auch tagsüber

Das ist für mich einer der schönsten Styling-Gedanken der Saison.

Transparenter Spitzenrock + Leder.
Ein auffälliger Rock + Strickpolo.
Ein transparenter Layer + schlichtes weißes Hemd.

Also würde ich ganz gezielt in die Ecke des Kleiderschranks schauen, die ungefähr unter der Überschrift „Schön, aber wann soll ich das eigentlich anziehen?“ läuft.

Zum Beispiel:

Satinsrock + Pullover
Pailletten + Herrenhemd
Spitze + Lederjacke
Festlicher Blazer + Jeans
Transparente Stoffe + grober Strick

Und natürlich funktioniert das Prinzip genauso gut andersherum: eine Paillettenbluse zur schlichten Hose, eine elegante Satinbluse zu Denim oder ein Samtblazer zum ganz normalen Tageslook.

Ein bisschen mehr Schönes im Alltag kann jedenfalls nicht schaden. Gerade an grauen Tagen und bei schweren Gedanken.

10. Schuhe im Herbst 2026: Loafer, Derbys, Stiefel und Kitten Heels

Bei Schuhen gibt es diesen Herbst erfreulich viel Auswahl. Und Sneakers verlieren langsam ihre Alleinherrschaft.

Kitten Heels, Schuhe mit Riemchen, weiche Loafer und Slipper, Derbys, hohe Reitstiefel und etwas gröbere Moto Boots – vieles existiert gleichzeitig.

Auch hier würde ich zuerst schauen, was bereits im Schrank steht.

Vielleicht finden sich dort spitze Schuhe mit kleinem Absatz, alte Loafer, hohe Lederstiefel, farbige Wildlederschuhe, Lackleder oder Animal Print. Erstaunlich vieles davon sieht plötzlich wieder ausgesprochen aktuell aus.

Ich werde übrigens meine Reitstiefel hervorholen. Offenbar lagen sie die letzten fünf Jahre doch nicht völlig grundlos im Schrank.

Besonders gefällt mir die Idee, Schuhe als Farbakzent einzusetzen: Bordeaux zu Grau, Rot zu Denim, Grün zu Schokoladenbraun, Leoparden-Loafer zum denkbar schlichtesten Outfit.

So braucht ein unkomplizierter Look manchmal gar keine weitere Dekoration.

Erst in den Kleiderschrank, dann einkaufen

Bevor ich also eine Einkaufsliste für den Herbst schreiben würde, würde ich mir zunächst eine Stunde Zeit für eine kleine Expedition durch den eigenen Kleiderschrank nehmen.

Alte Blazer hervorholen. Röcke mit anderen Oberteilen kombinieren. Nach Tüchern suchen. Die Schuhkartons durchsehen. Und vor allem jene Kleidungsstücke anprobieren, bei denen man irgendwann entschieden hatte: „Schön – aber wohin damit?“

Ich habe nach diesem Trend-Check jedenfalls schon meine Reitstiefel wiederentdeckt und ein paar neue Kombinationen für Röcke und Hemden im Kopf.

Mal sehen, was sich noch findet. Was würden Sie in der Saison Herbst/Winter 2026/27 gerne tragen?

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  • Ich bin Irina Korunkova, Stilberaterin und Expertin für Image. Seit 2011 beschäftige ich mich mit Stil, Farbe und visueller Wirkung. Mehr Inspiration finden Sie auf meinem Instagram.
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